Till Eulenspiegel als „Change-Berater“?

„Man muß die versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen bringen, daß man ihnen ihre eigene Melodie vorsingt.“ [Karl Marx]

Hinter dieser Marx´schen Aussage verbirgt sich eine zentrale Strategie meiner Arbeit: die „Strategie der negativen Affirmation“ nach Bazon Brock.

Brock schreibt dazu: „Affirmation ist nicht Zustimmung als sich unterwerfende Anerkennung, sondern Radikalisierung eines Zustimmung fordernden Anspruches – bis der aus sich selbst heraus zusammenbricht.“ Man könnte auch zugespitzt formulieren: Man nimmt die Ansprüche „beim Wort“ und verallgemeinert deren Ausnahmeregelungen.

Einer der bekanntesten Vertreter dieser Strategie ist wohl Till Eulenspiegel, der in einer für ihn typischen Art und Weise als „Systemkritiker“ und „Berater“ seiner Zeit in Erscheinung trat. Eulenspiegel könnte wohl auch als „Schirmherr“ der schöpferisch zerstörenden und gleichzeitig lehrreichen Kampagne „Dienst nach Vorschrift“ bezeichnet werden, die wie nur wenige andere die „Strategie der negativen Affirmation“ zu demonstrieren vermag.

Dies alles mag sehr hart klingen, gerade im Kontext unternehmerischer Optimierungs- und Veränderungsprozesse. Jedoch handelt es sich dabei um eine besonders wirksame, alles umfassende und darüber hinaus historisch erprobte Form unmissverständlicher Systemkritik und –entwicklung. Übrigens: die meisten durchschnittlich und unterdurchschnittlich motivierten Mitarbeiter heutiger Unternehmen, die nach Aussagen einschlägiger Studien über 70% der gesamten Mitarbeiterschaft ausmachen, sind „Profis“ in der verschleierten Anwendung dieser Strategie, letztlich jedoch zu Lasten des Unternehmens. Ändern Sie das, indem Sie sich selbst diese hocheffiziente Strategie erschließen und für die Entwicklung Ihres Unternehmens nutzen.

Dies setzt jedoch auf Seiten der Entscheidungsträger im Unternehmen genaueste Kenntnis der formalen und informalen Unternehmensorganisation, Selbst- und Systemreflexionsfähigkeit in höchstem Maße sowie kommunikative Stärke und Humor voraus.

Warum?

Die „Strategie der negativen Affirmation“ setzt genau dort an, wo die meisten anderen Strategien aufhören: bei den Mustern der Autorisierung von Führungsentscheidungen zur Schaffung von Verbindlichkeit (siehe auch Beitrag: “ Unternehmer vs. Manager: eine Frage der Autorisierung?“). Genau hier liegt einer der „wundesten Punkte“ …

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